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Online seit dem: 18.08.2008
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Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Rückwanderung??
Definitiv doch Costa Brava??
Natürlich gab es nur ein Thema: Wohin soll die Mama ziehen, wenn sie in Rente geht? Wir diskutierten stundenlang über Pro und Kontra von Neumünster und der Costa Brava. Das Ergebnis hiess: Definitiv Tossa de Mar. Ein wunderschönes kleines Städtchen direkt am Mittelmeer.

Ich war schon oft da und würde jedesmal am liebsten dableiben. Ich kenne Tossa seit 1966 und es hat sich zwar auch ziemlich verändert seitdem, aber zum Glück nicht so furchtbar wie Lloret-de-Mar. Die Zugangsstrasse nach Tossa ist überaus kurvenreich, so dass es dort nicht ganz so viele Touristen gibt, wie in den anderen - leichter zugänglicheren - Orten der Costa Brava.
Und so ging es weiter... zusammengefasst meint sie, wie auch die meisten anderen Leute, die mich kennen, dass ich in Deutschland mit meinem (inzwischen) mediterranen Charakter nur unglücklich werden würde. Und wenn ich mal die Augen schliesse sehe ich mich auch wirklich eher im (Fett kaschierenden) hochsommerlichen Hängerkleid mit Strohhut und Sandalen und meinem Malzeug unter dem Arm, als mit dickem Mantel und Regenschirm in Neumünster....
Trotzdem will ich mich noch nicht ganz festlegen. Am 27. Oktober fliege ich (zum erstenmal seit 1992) nach Hamburg. Meine Schwester hat zwei Karten besorgt für das Konzert unseres Lieblings Leonard Cohen. Ich freue mich schon wahnsinnig, sicherlich werde ich Leonard Cohen nie wiedersehen, denn er ist immerhin schon 73. Das letzte Mal sah ich ihn bei seinem Konzert in Barcelona 1988. Ich ging dort mit meiner Tochter hin (sie liebt ihn genauso heiss und innig wie ich..) und werde diesen Abend nie vergessen. Wunderschön.
27.08.2008, 19.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Meine Wohnung und andere traurige Fakten
Schon
seit Wochen verbringe ich mehrere Stunden am Tag damit, mir im Internet den
Wohnungsmarkt sowohl in Neumünster als auch an der Costa Brava anzusehen. Denn,
sollte ich mich doch dazu entscheiden, hierzubleiben, käme für mich nur eine
Wohnung am Mittelmeer infrage. Ich will auf jeden Fall raus aus Barcelona,
jetzt wo es möglich ist. Ich möchte endlich relativ saubere Luft atmen (wenn
man von einem Berg auf Barcelona herunterschaut, sieht man meistens nur eine
dunkelgraue Glocke über der Stadt - die Luftverschmutzung ist furchtbar!) und
ich liebe das Mittelmeer. Schwimmen ist praktisch der einzige Sport, der mir
gefällt. Doch wie sieht der Wohnungsmarkt aus? Toll in Neumünster und traurig
an der Costa Brava, obwohl immer noch viel besser als Barcelona.
Momentan
- seit vierzehn Jahren - lebe ich mitten in der Stadt im 8. Stock eines
ziemlich heruntergekommenen 70 Jahre alten Hauses. Meine Wohnung ist 35m2 gross
und besteht aus einem winzigen Schlafzimmer, noch kleinerem Badezimmer, einem
Wohnzimmer und Wohn-/Essküche. Das Schönste ist meine kleine Terrasse von

Eingang und direkt ins Wohnzimmer

andere Seite des Wohnzimmers, hin zur Küche/Büro

die kleine Küche, offen hin zu meinem Schreibtisch

das Schönste an der Wohnung, meine Terrasse

das winzige Schlafzimmer (2 x 3m)

das winzige Badezimmer
Wie ich bereits erwähnte: Diese Wohnung kostet (KALT!) €854,50
In Spanien haben die
Vermieter praktisch nur Rechte und keine Pflichten, also ganz anders als in
Deutschland. Zwar sind wir in der EU und theoretisch sollte es hier ähnlich
zugehen, wie in den anderen Ländern, aber bei den Gesetzen für gemietete
Wohnungen heisst es ‘wie unter Vermieter und Mieter ausgemacht’: Als ich die
Wohnung sah, gab es dort ausser Wänden mit Rissen nichts, nicht einmal
Wasserhähne, geschweige denn Küchenschränke. Als ich darauf hinwies und meinte,
dass man das wohl nicht als Wohnung vermieten könnte, meinte der Vermieter,
dann würde er die Wohnung eben als Büro vermieten. Doch die Wohnung lag sehr
dicht an meiner Arbeitsstelle und die Miete war zu der Zeit erschwinglich. Also
nahm ich einen Kredit auf und machte die Wohnung annehmlich. Es kostete mich
viel Geld, um die Risse ausbessern zu lassen und die Küche samt
Durchlauferhitzer aufzustellen. In den 14 Jahren, seitdem ich hier wohne, ist
so einiges passiert: Mehrere der alten Rohre sind undicht geworden, was
bedeutete, dass einige Kacheln im Badezimmer eine andere Farbe haben, da unter
ihnen das entsprechende Rohr repariert werden musste und gleiche Kacheln nicht
mehr zu haben waren. Wie gesagt, alles auf meine Rechnung: In meinem Vertrag
steht, dass alle Reparaturen innerhalb meiner Wohnung von mir bezahlt werden
müssen. Was ausserhalb meiner vier Wände im Haus repariert werden muss, muss
ich sowie die anderen Mieter im Haus ebenfalls bezahlen: Jeder Mieter bezahlt
10% der Gesamtkosten (die der Vermieter vorschiesst) auf die Jahresmiete
verteilt und das, solange wir hier wohnen. In so einem alten Haus kommt schon
einiges zusammen, fast jeden Monat bekommen wir einen kleinen Mietaufschlag für
etwaige Reparaturen. Meine Wohnung ist ja der letzte Stock des Hauses, also ist
meine Zimmerdecke das (flache) Dach des Hauses. Von Anfang an regnete es an
einigen Stellen ziemlich durch. Der Vermieter machte nichts, trotz meiner
Bitten, er weigerte sich zwar nicht, meinte aber, dass das wohl ‘irgendwann’
mal gemacht werden würde. Ich hatte aber keine Lust, feuchte Wände zu haben, also
liess ich das Dach reparieren. Hört sich verrückt an, ist aber so. Ich hatte
schon eine riesige Überschwemmung, weil der viel zu kleine Abfluss auf meiner
Terrasse vor vier Jahren nicht das ganze Wasser eines furchterregenden
Wolkenbruches schlucken konnte - niemand bezahlte mir die Schäden.
Weiterhin
gibt es noch etwas Seltsames: Ein Vertrag wird für mindestens 11 Monate und höchstens
5 Jahre geschlossen. Mein Vertrag endete mal wieder dieses Jahr im Februar.
Daraufhin wurde der Vertrag nicht ‘verlängert’, sondern ich bekam einen ‘neuen’
Vertrag, so als ob ich ein neuer Mieter wäre. Das bedeutete, dass der Vermieter
meine Miete nach Belieben erhöhen konnte. Bis Februar kostete meine Wohnung
650€, jetzt kostet sie 850€. Ausserdem musste ich die Gebühr für die ‘Vertragsausstellung’
bezahlen, nämlich eine Monatsmiete.
Für
Deutsche mag sich das alles ziemlich surrealistisch anhören – ist es auch, aber wir armen Mieter (nur rund 25% der
Einwohner sind Mieter in Spanien, die meisten Leute haben Eigentumswohnungen,
die bis vor einigen Jahren durchaus erschwinglich waren) werden eben nach
Strich und Faden ausgenommen.
Ich
arbeite ja als Übersetzerin (englisch/spanisch/deutsch) in einer Patent- und
Markenkanzlei. Mein Gehalt beläuft sich auf genau €1.500 netto (übrigens bekommt mein Kollege mit genau den gleichen Sprachen und der gleichen Arbeit €700,- mehr als ich - nur weil er ein Mann ist). Um die Miete
plus Strom/Wasser/Gas/Telefon, sowie etwaige andere Kosten (Rentenversicherung
usw.) bezahlen und ab und zu essen zu können, arbeite ich ausserdem zuhause und
mache ‘private’ Übersetzungen. Was die Preise für Lebensmittel betrifft, so ist
meine Schwester bei jedem Besuch hier geschockt, weil hier alles viel teurer
ist als in Deutschland. Wie gesagt, ich rede nur von Barcelona/Katalonien, die
teuerste Region in Spanien (Barcelona ist angeblich die teuerste Stadt in
Europa).
26.08.2008, 07.48 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Die grosse Entscheidung
Du meine Güte, ist es wirklich schon fünf Jahre her, seitdem ich zum letztenmal gebloggt habe?? Da sieht man mal wieder, wie schnell die Zeit vergeht.
Wer sich noch von damals an mich erinnert: Mein Leben besteht immer noch aus arbeiten im Büro und computern zuhause. Vergleichend kann ich wohl sagen, dass sich kaum etwas verändert hat, bis auf eins: Am 15. Juni 2008, also vor zwei Monaten, ist Patufet gestorben. Patufet war meine Katze/Kater, der mich über zwölf Jahre lang begleitet hat und den ich über alles geliebt habe. Ich kann es immer noch nicht begreifen. Es tut immer noch weh und natürlich heule ich jetzt schon wieder. Sicherlich können mich nur Menschen verstehen, die auch ein Tier verloren haben. Ich glaube, es schmerzt nicht weniger, als wenn man einen Menschen verliert. Auch die gutgemeinten Sprüche meiner Mitmenschen trösten nicht allzusehr, vonwegen '...wo er jetzt ist, geht es ihm gut..' und '..er würde nicht wollen, dass du traurig bist..' Was geblieben ist, ist die unheimliche Leere in meiner kleinen Wohnung. Seltsam wie so ein kleiner Murkel doch Leben in die Bude bringt. Niemand wartet auf mich, wenn ich nachhause komme... ich weiss nicht, ob ich irgendwann an ihn denken kann, ohne dass es so weh tut. Die meisten Leute meinen, dass ich mir sofort eine neue Katze anschaffen sollte, aber das ist im Moment nicht möglich, denn... das eigentliche Thema meines Blogs heisst ja 'Rückwanderung ja oder nein' und darum habe ich mir auch eigentlich diesen Blog geholt, denn ich mache mich selbst wahnsinnig.
Hintergrund ist folgender: Ich lebe seit vierzig Jahren in Barcelona (ich bin zwar als ganz junges Mädchen hergekommen, aber ja... ich bin wohl älter als die meisten Blogger..), und wenn sich Beamte in Madrid dazu entschliessen, einen Stempel auf ein Papier zu drücken, kann ich in Rente gehen. Das mit dem Papier, das ich noch benötige, ist ein wenig kompliziert. Abgekürzt: Vor vielen Jahren, als ich meinen ersten spanischen Personalausweis erhielt (damals noch von einem Beamten mit der Hand ausgefüllt, also abgeschrieben von meiner deutschen Geburtsurkunde..), stellte ich hocherfreut fest, dass der liebe Herr mich zwei Jahre jünger gemacht hatte, als ich wirklich war/bin. Mein Fehler war, aus Eitelkeit und Koketterie den Fehler nicht zu melden, sondern mein bisheriges Leben in Spanien immer als 'zwei-Jahre-jüngere' Frau zu geniessen. Das kam mir oft sehr gelegen, anfangs bei meinen jeweiligen Freunden (schon immer habe ich Männer gemocht, die jünger waren als ich, also war ich nicht ganz so viel älter..) und später auch bei der Arbeitssuche... denn es ist ein grosser Unterschied, ob man 40 ist oder 'erst' 38, wenn man einen Job sucht. Ich dachte kaum daran, dass ich irgendwann ja auch mal in Rente gehen würde und zwei Jahre länger arbeiten müsste, wenn ich meinen Personalausweis nicht ändern lasse.
Vor anderthalb Jahren rechnete ich aus, dass ich nach über dreissig Arbeitsjahren eine Rente bekommen würde, die ausreicht, um davon leben zu können. Also nahm ich meine (uralte) Original-Geburtsurkunde, meinen deutschen Pass und Personalausweis (beide mit meinem korrekten Geburtsdatum) und marschierte optimistisch zur lokalen Polizei (die hier die Personalausweise ausstellt). Ich sagte lächelnd, 'ich möchte gerne meinen spanischen Personalausweis ändern lassen, denn vor einigen Jahren hat sich einer Ihrer Kollegen bei meinem Geburtsdatum geirrt...'. Kurz gefasst: Die Polizei war nicht zuständig, sondern das Standesamt. Und ab da ging es los. Ich brauchte mehrere Monate, um alle Dokumente herbeizuschaffen, die benötigt wurden. Angefangen von einer neuen internationalen Geburtsurkunde, Stammbuch (das mein Ex-Ehemann anfangs nicht rausrücken wollte), Bestätigung vom Einwohnermeldeamt, dass ich wohne wo ich wohne, Heiratsurkunde, Scheidungsurkunde, Geburtsurkunde meines Ex-Ehemannes usw.usw.usw. Januar dieses Jahres hatte ich endlich alles zusammen und das Standesamt setzte einen offiziellen Schriftsatz auf, der alle Dokumente begleitete und alles zusammen wurde nach Madrid geschickt. Denn nur eine einzige Abteilung in Madrid ist für solche Sachen zuständig. Wahrscheinlich nur ein einziger Beamter für ganz Spanien.... Seitdem herrscht Funkstille. Das Warten macht mich wahnsinnig, aber ich kann nichts daran ändern. Bei Rückfragen sagte man mir, dass es mindestens ein Jahr dauern würde, bis ich 'Bescheid' bekommen würde.... Oh Gott.
Ok, das ist die Vorgeschichte. Und nun zu meinem 'Entscheidungsproblem': Wo soll ich die letzten Lebensjahre verbringen... Spanien oder Deutschland?? Meine Schwester (vier Jahre jünger, Lehrerin, geschieden, allein lebend) wohnt in Neumünster/Schleswig-Holstein und würde sich sehr freuen, wenn ich in ihrer Nähe wohnen könnte. Aber... könnte ich mich nach vierzig Jahren Spanien an ein Leben in (Nord-)Deutschland gewöhnen? Das letzte Mal war ich 1992 in Deutschland. Es hatte damals 'für immer' sein sollen. Das 'für immer' dauerte ganze sechs Monate, bis ich auf Anraten eines Arztes wieder zurück nach Barcelona zog. Grund: eine beginnende Depression. Ich fand alles unerträglich, angefangen damit, von Arbeitskollegen 'Paradiesvogel' genannt zu werden ("Sie kommen aus Spanien? Na dann werden Sie wohl jetzt erstmal lernen müssen, was es heisst, zu arbeiten... Siesta und Sangría gibt es hier nämlich nicht..."), den Nachbarn, die meine Mülltonne schon am ersten Tag heimlich mit Müll vollstopften, so dass ich hilflos davorstand und nicht wusste, was ich machen sollte (in Barcelona gibt es an jeder Strassenecke riesige Container, die jede Nacht ausgeleert werden), bis hin zum 'Vorsitzenden' des Hauses (oder wie immer das in Deutschland heisst), der mir ein offizielles Schreiben aushändigte, in dem ich aufgefordert wurde, das gesamte Treppenhaus (vier Stockwerke!) auf meine Kosten neu zu streichen, da es bei dem Transport meiner Möbel zerkratzt worden wäre (ehrlich, es war nur ein einziger kleiner Kratzer!). Ausserdem kannte ich in der ganzen Stadt (in der ich aufgewachsen bin) keinen einzigen Menschen mehr, meine Schwester wohnte vierzig Kilometer weiter weg, so dass ich sie nur selten sah.
Als der Arzt mich aufgrund meiner Heulkrämpfe krankschrieb, gab er mir den guten Rat, wieder zurück nach Barcelona zu ziehen, sonst würde ich wohl eine handfeste Depression bekommen. Also landete ich wieder hier.
Meine Schwester meint jetzt, dass ich die Episode in Deutschland vergessen sollte, denn jetzt wären es ja ganz andere Umstände: Keine Chefs mehr, sicherlich nettere Nachbarn (sie meint, die Nachbarn damals wären wohl eine Ausnahme gewesen) und vor allem, das billigere Leben...
So, das wärs fürs Erste, es ist ein kleiner Roman geworden, sorry, aber es gibt so viel zu erzählen, und vielleicht treffe ich (hoffentlich mit Eurer Hilfe) doch irgendwann die richtige Entscheidung.. wie gesagt, die wichtigste meines Lebens, denn wenn ich erstmal dort bin, wo ich letztendlich lande, wird es (aufgrund meines mageren Geldbeutels) wohl kein Zurück mehr geben.
18.08.2008, 08.34 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

GANZ TOLL!!!Wünsche Dir einen schönen Abend






